5. August 1996

Sticht Freyfischer Funke im Naturschutzgebiet Torf? - BUND: "Naturschutzpolitischer Offenbarungseid"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 05. August 1996 - Gegen die Pläne des Niedersächsischen Landwirtschaftsministers Karl-Heinz Funke, in einem Naturschutzgebiet im Toten Moor am Steinhuder Meer Torf zu stechen, hat heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen scharf protestiert. Der Landwirtschaftsminister will am heutigen Montag sein Recht zum Torfstich als Freyfischer von Steinhude wahrnehmen. "Geht Funke wirklich ins geschützte Moor, leistet er einen naturschutzpolitischen Offenbarungseid," sagte Reinhard Löhmer, stellvertretender Vorsitzender und Moorexperte des BUND. Als Freyfischer hätte Funke, der die Landesregierung und damit den Besitzer des Steinhuder Meeres vertritt, zwar das Recht zum Torfstich auch im Naturschutzgebiet. In dieser symbolischen Aktion des Ministers sieht der BUND aber einen klaren Widerspruch zu den Bemühungen, die letzten Hochmoore in Niedersachsen zu schützen. Schließlich hätte die Landesregierung erst im letzten Jahr ein neues Moorschutzprogramm aufgelegt. Der BUND hat eigentlich nur eine Erklärung für die Taktlosigkeit des Landwirtschaftsministers: "Sicherlich will Funke das alte Besitzrecht zum bäuerlichen Handtorfstich nur deshalb wieder aufleben lassen, um im Nebenerwerb die marode Staatskasse aufzufüllen," so BUND-Sprecher Löhmer.




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