27. August 1996
BUND-Projekt Umweltschonende wirtschaftliche Entwicklung entlang der Elbe - Regionalkonferenz "Leben und Arbeiten im Kehdinger Land"
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover/Drochtersen, 27. August 1996 - Um eine umweltschonende wirtschaftliche Entwicklung an der Unterelbe zu fördern, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen heute eine Regionalkonferenz unter dem Motto "Leben und Arbeiten im Kehdinger Land" veranstaltet. Dabei wurden konkrete Projekte für die Landwirtschaft, den Fremdenverkehr und die Verkehrserschließung in der Region diskutiert. Der Raum nördlich von Stade ist eine von drei Modellregionen entlang der Elbe, in denen der BUND versucht, Anstöße für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung zu geben: "Hier sollen ökologisches Handeln und wirtschaftliche Interessen miteinander verknüpft werden," sagte Dr. Angelika Wolf, die Leiterin des länderübergreifenden Elbeprojektes. "Wir bieten Alternativen zu den offiziellen Überlegungen", sagte Wolf. "Denn die gehen von der falschen Annahme aus, daß sich der Elberaum nur durch die Vertiefung und nachfolgende Zerstörung dieses einzigartigen europäischen Flußökosystems wirtschaftlich beleben läßt", so die BUND-Sprecherin weiter.
Im Rahmen des BUND-Projektes, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück finanziert wird, sollen weitere Konferenzen an der mittleren Elbe in der Region Jessen und an der oberen Elbe südlich von Meißen durchgeführt werden. "Bei den Veranstaltungen diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Umweltverbänden, Wirtschaft, Fremdenverkehr, aus den Verwaltungen und Kommunen zukunftsträchtige Projekte für ihre Region und entwickeln sie gemeinsam weiter", so BUND-Sprecherin Wolf.
"Der Startschuß für die Konferenzen fällt im Kehdinger Land, weil hier die Vorarbeiten bereits weit fortgeschritten sind", erläuterte Heiner Baumgarten, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Stade. Sieben konkrete Vorhaben würden auf der BUND-Veranstaltung mit den Akteuren vor Ort und auswärtige Fachleuten diskutiert. Einzelne Arbeitskreise befaßten sich unter anderem mit der Außendarstellung des Landes Kehdingen, mit der Direktvermarktung Kehdinger Landwirtschaftserzeugnisse in der örtlichen Hotellerie und Gastronomie, mit dem Fahrradland Kehdingen, um neue Impulse für einen umweltfreundlichen Fremdenverkehr zu geben oder mit dem Projekt StadeBahn fürs Kehdinger Land, damit die Region besser durch öffentliche Verkehrsmittel zu erschließen ist.
"Mit diesen Themen sollen typische Schwächen der Region angegangen, aber auch Stärken im Kehdinger Land weiter gefördert werden", erläuterte Baumgarten. "Zugleich erwarten wir, daß sich einiger Ergebnisse auch auf andere Gebiete entlang der Elbe übertragen lassen", sagte der BUND-Vertreter weiter. Der BUND hofft so, die Elbregionen durch eigenständige Ansätze und Initiativen wirtschaftlich zu aktivieren.