15. November 1996

BUND, NABU und WWF zu Emsstauwehr: - Alternativenprüfung begrüßt - aber

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 15. November 1996 - Die Niedersächsichen Landesverbände vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und die Umweltstiftung WWF Deutschland begrüßen den Vorschlag der Landesregierung und der Meyer-Werft, ein Stauwehr an der Ems als Alternative zur Flußvertiefung prüfen zu lassen: "Wir sind erfreut darüber, daß jetzt an der Ems endlich etwas in Bewegung kommt und nicht mehr nur, koste es was es wolle, auf Vertiefung gesetzt wird", sagte ein Sprecher der Verbände. Es sei gut, daß die Stauwehridee aufgegriffen und zur Chefsache gemacht worden ist. Bereist vor Jahren - im Planverfahren um die Emsausbaggerung auf 6,80 Meter - hatten die Verbände ein Stauwehr als Alternative zur ökologisch unverantwortlichen Vertiefung ins Gespräch gebracht. Ihr Vorschlag wurde damals jedoch als utopische Idee abgetan. "Nach wie vor bleibt aber unsere Forderung bestehen, daß große Schiffe am tiefen Wasser gebaut werden müssen", so der Verbandsvertreter. Das Geld, das jetzt in ein Wehr investiert werden soll, wäre besser noch in einer neuen Meyer-Werft direkt an der Küste angelegt, so die Verbände.
Werde jedoch nur die Stauwehrlösung geprüft, müsse sichergestellt sein, daß das Bauwerk tatsächlich die Situation von Natur und Umwelt an der Ems verbessere, damit sich der Fluß wieder regenerieren kann. Deswegen muß das Sperrwerk aus Sicht von BUND, NABU und WWF schon als Alternative für die jetzige Emstiefe von 7,30 Meter geplant werden. Diese Tiefe könne zur Zeit nur durch ständiges kostspieliges Baggern und damit Eingriffe in das empfindliche Flußökosystem beibehalten werden, das eine starke natürliche Tendenz zur Verlandung habe. "Völlig unakzeptabel wäre es für uns, wenn das Stauwerk nur als flankierende Maßnahme gedacht wäre, damit Meyer noch größere Schiffe die Ems runter bringen kann", so der Verbands-Sprecher. "Mit Emsvertiefung und Flußausbau muß endlich Schluß sein", forderten BUND, NABU und WWF.




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