BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


20. März 1997

BUND und Bürgerinitiative gegen Leukämie Kritik am Osterkinderfest im AKW Krümmel - "HEW als Wolf im Schafspelz"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover/Gesthacht, 20. März 1997 - Das geplante Osterkinderfest beim Atomkraftwerk Krümmel haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch heute heftig kritisiert: "Der Betreiber des Pannenreaktors präsentiert sich mit Ostereiern und flauschigen Lämmern als Wolf im Schafspelz", erklärte Renate Backhaus, Vorsitzende des BUND-Niedersachsen und Klägerin gegen das AKW. Wenn die Hamburger Elektricitätswerke (HEW) wirklich etwas für die Kinder tun wollten, wie sie jetzt vorgäben, müßten sie Krümmel schleunigst stillegen. Denn das Atomkraftwerk steht unter dem Verdacht, für die zahlreichen Leukämieerkrankungen von 10 Kindern in der Elbmarsch verantwortlich zu sein. "Dann könnten wir uns kostspielige Therapien und Studien sparen", sagte Marion Lewandowski von der Bürgerinitiative.
Mit diesem Geld könnten die Kinder im Weißrussischen Korma besser unterstützt werden, als mit der geplanten Spendensammlung der HEW-Angestellten beim Osterfest. So habe man den Eindruck als wenn den Kindern in Weißrußland Wiedergutmachung für die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gezahlt werden solle. "Schon deshalb ist der Kinderreigen rund um den Atommeiler eine zynische Farce", sagte Backhaus. "Aber wenn es darum geht, den Risikoreaktor im positiven Licht dastehen zu lassen, schreckt die HEW selbst vor Geschmacklosigkeiten nicht zurück", so die BUND-Vorsitzende abschließend.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/91/artikel/bund-und-buergerinitiative-gegen-leukaemie-kritik-am-osterkinderfest-im-akw-kruemmel-hew-als-wolf/