2. Juli 1997
Umwelt entlasten - Arbeitsplätze schaffen! - BUND fordert ökologische Steuerreform
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 02. Juli 1997 - "Wer die Umwelt entlasten und gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen will, kommt um die ökologische Steuerreform nicht herum", erklärte heute Renate Backhaus, Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen auf der Tagung ?Neue Arbeitsplätze durch Umweltschutz? in Hannover. "Unser nördlicher Nachbar Dänemark macht es vor, daß sich sogar Haushaltsdefizite abbauen lassen, wenn der Verbrauch von Energie und Rohstoffen höher besteuert und gleichzeitig der Faktor Arbeit billiger wird, indem man die Lohnnebenkosten senkt", erläuterte Backhaus die Vorstellungen des BUND zur Steuerreform. In Dänemark sei die Arbeitslosigkeit seit der Einführung des umweltfreundlichen Steuermodells von 12, 3 Prozent auf 8,1 Prozent gefallen. "dagegen wird unser Ministerpräsident nicht müde, Umweltschutz als Jobkiller in Verruf zu bringen, obwohl die Skandinavier seine Behauptungen Lügen strafen" so die BUND-Vorsitzende.Wenn Ministerpräsident Gerhard Schröder als selbsternannter Wirtschaftsschützer Umweltregelungen abbauen wolle, erweise er Industrie und Wirtschaft letztendlich einen Bärendienst. Impulse für die Wirtschaft, umweltfreundlicher zu produzieren, gebe es nur wenn hohe Umweltstandarts erhalten blieben. "Dann werden in Deutschland Produkte und Techniken entwickelt, die absatz- und zukunftsfähig sind, weil sie unsere Lebensgrundlagen schonen", sagte die BUND-Vorsitzende. Weltweit bestehe ein großes Interesse Wasser, Luft und Boden zu schützen: "Und wie wir alle wissen, basiert der Markt auf Nachfrage und Angebot. Durch Wirtschaftsprotektionismus ' la Schröder produzierte Ladenhüter haben da keine Chance", so Backhaus. Die Ökosteuer biete auch aus dieser Sicht handfeste Standortvorteile für bundesdeutsche Unternehmen.
