14. Juli 1997

BUND lehnt "Schweizer Dorf am Dümmer" auch in kleiner Version ab

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 14. Juli 1997 - "Wir lehnen das `Schweizer Dorf am Dümmer` auch in einer kleinen Version ab." Das erklärte am Montag Robert Exner, vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen zum Abschluß des Raumordnungsverfahrens für das geplante Feriendorf. Die Bezirksregierung Hannover hatte eine Verkleinerung des touristischen Großprojektes von 800 auf 430 Ferienwohnungen verlangt: "Aber auch die lassen sich nicht ohne Nachteile für Natur und Landschaft errichten", erklärte der BUND-Vertreter. Der Umweltverband befürchtet im benachbarten Naturschutzgebiet "Hohe Sieben" Beeinträchtigungen durch Bau und Betrieb der Ferienanlage. Besonders vom Deichweg durch das Schutzgebiet seien Störungen für den Lebensraum der Brut- und Rastvögel zu erwarten: "Hier wandern dann wesentlich mehr Besucher als früher. Nicht nur in der warmen Jahreszeit, sondern auch in den Wintermonaten, so daß die Natur nie zur Ruhe kommt", erwartet Exner.
Auch wenn die Bezirksregierung bemüht sei, die Auswirkungen des Projektes zu begrenzen, eine 'bessere Anpassung in die Dümmerlandschaft' wie sie die Behörde erreichen will, ist damit nach Ansicht des BUND nicht möglich: "Ein `Schweizer Dorf` paßt einfach nicht ins nordwestdeutsche Flachland, auch wenn es noch so klein ist", so Exner. "Schließlich kommt auch niemand auf die Idee, niedersächsische Windmühlen vor dem Matterhorn aufzubauen", sagte der BUND-Sprecher. Dem künstlichen Dorf müßten sogar alte, reetgedeckte Häuschen am Dümmer weichen.




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