8. August 1997

Sauerstoffmangel in der Ems - BUND legt Fachaufsichtsbeschwerde über WSA Emden ein

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 08. August 1997 - Wegen des Sauerstoffmangels in der Unterems hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen jetzt beim Bundesverkehrsministerium in Bonn eine Fachaufsichtsbeschwerde über das Wasser- und Schiffahrtsamt (WSA) Emden eingelegt. Die Behörde in Emden verletze ihre dienstliche Verpflichtung und nehme ökologische Schäden in der Ems in Kauf, weil sie nach wie vor Baggerarbeiten im Fluß gestatte, hieß es in dem Schreiben an das Ministerium. Das WSA ist für die Durchführung der Unterhaltungsbaggerungen verantwortlich und dafür, daß dies ohne Schäden am Fluß passiert. "Die Bagger müssen solange pausieren, bis sich der Sauerstoffgehalt der Ems wieder normalisiert hat", forderte Robert Exner, Sprecher des BUND.
Zwar seien die Baggerarbeiten nicht ausschließlich für die Sauerstoffnot der Ems verantwortlich, sie verschärften aber die ohnehin angespannte Situation. Im Gegensatz zu anderen Negativeinflüssen auf die Ems, ließen sich die Bagger zudem sofort stoppen: "Das ständige Aufwühlen des Wassers und die Trübung nimmt den Algen das Licht, so daß sie nur wenig Sauerstoff produzieren können", erläuterte Exner. "Der Rest des lebensnotwendigen Gases wird beim Zersetzen der organischen Schwebstoffe im Wasser verbraucht." Eine andere Ursache für den ökologischen Notstand an der Unterems sieht der Umweltverband darin, daß im Laufe der letzten 70 Jahre über 40 Prozent der Flachwasserbereiche durch menschliche Eingriffe verloren gegangen sind: "Gerade in den Flachwasserzonen, in die das Sonnenlicht gut eindringt, wachsen viele Algen, die den Fluß mit Sauerstoff versorgen", erklärte der BUND-Sprecher "Kein Wunder also, daß die Ems vor dem Kollaps steht, wenn man ihre Lungen so massiv schwächt", so Exner.




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