24. Juli 1997

"Keine Panik bei Wespen auf dem Pflaumenkuchen!" - BUND-Informationen zu Wespen und Hornissen

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 24. Juli 1997 - "Zugegeben, Wespen können manchmal ganz schön lästig sein, aber meist besteht kein Grund zur Panik", sagte Robert Exner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. In den kommenden Wochen seien die schwarzgelben Insekten wieder häufiger als Gäste an der Kaffeetafel zu erwarten. Leider seien Vorurteile über Wespen weiter verbreitet als Wissen über ihre Bedeutung in der Natur: "Beispiels-weise fangen sie große Mengen solcher Insekten, die in der Land- und Forstwirtschaft Schäden anrichten können", klärte der BUND-Sprecher auf. Von den acht Wespenarten Mitteleuropas ließen sich lediglich zwei durch Süßigkeiten anlocken, meist ernährten sie sich von Baumsäften, Blütennektar oder Honigtau der Blattläuse.
Der Umweltverband erinnerte daran, daß lästige Wespennester in Gebäuden nicht auf eigene Faust beseitigt werden dürften: "Hier müssen die Naturschutzbehörden gefragt werden, denn einige Wespenarten sind geschützt. Außerdem haben die Fachleute Tips parat, wie die Nester ohne Gefahr für Menschen und Tiere entfernt werden können, wenn es gar nicht anders geht", so Exner.
Sollten sich Wespen tatsächlich über den frischen Pflaumenkuchen hermachen, empfiehlt der BUND ein Gemisch aus Cola und Orangensaft in sicherer Entfernung zur Kaffeetafel aufzustellen. Auch durch Fleischreste ließen sich die Tiere ablenken. "Sind Wespen im Anflug, heißt es cool bleiben", so Exner. Die Insekten stechen nur aus Notwehr oder bei Störungen in der Nähe ihres Nestes. "Im Umkreis von etwa vier Metern zum Nest gehen Wespen zur Verteidigung über. Die meisten Arten meiden aber die Begegnung mit dem Menschen und flüchten bei Beunruhigungen", sagte der BUND-Sprecher. Das gelte auch für ihre größeren Verwandten, die Hornissen.
Gefährlich seien Stiche nur für Allergiker. Auch wenn jemand versehentlich ein Tier verschluckt hätte, müßte schnellstens ärztliche Hilfe geholt werden. "Vorsicht ist also beim Schluck aus der offenen Bierflasche und dem Saftglas geboten", so Exner. Die Vorstellung aber, daß drei Hornissenstiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten könnten, gehörten endgültig ins Reich der Fabeln.




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