10. September 1997
BUND und NABU lehnen Erweiterung des Mühlenmuseums ab - "Geschützte Natur wird zerstört"
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover/Gifhorn, 10. September 1997 - Die geplante Erweiterung des Mühlenmuseums in den westlichen Teil des Mühlensees zerstört geschützte Naturbereiche. Zu diesem Urteil kommen die Landesverbände vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) in ihren Stellungnahmen. Als umweltfreundliche und kostengünstigere Alternative schlagen sie vor, das Mühlenmuseum nach Osten oder Süden zu erweitern und den Schloßpark miteinzubeziehen. Dadurch sei eine bessere Anbindung an die Stadt zu erreichen, außerdem böten sich so langfristige Entwicklungsmöglichkeiten für das Mühlenmuseum.Die vorgelegten Pläne zur Museumserweiterung stellen nach Ansicht von BUND und NABU einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet dar: "Die benachbarten Röhrichte, Weidengebüsche und der Erlenbruchwald sind sogar noch strenger gesetzlich geschützt und dürfen nicht beeinträchtigt werden", erläuterte Dr. Marita Wudtke, Naturschutzreferentin des BUND. "Die Umweltverträglichkeitsstudie hat ergeben, daß sich auf einigen Stellen sogar wieder ein Auwald entwickeln könnte, wenn der Mensch nicht eingreift", so die BUND Expertin weiter. Auwälder gehören in Niedersachsen zu den am stärksten bedrohten Biotopen. Gefahr sehen die Umweltverbände auch für seltene Vogelarten: "In dem Gebiet gibt es Beutelmeisen, Nachtigall, Rohrweihe und sogar den Eisvogel", berichtet Elke Meyer Fachreferentin vom NABU. Das Ausheben neuer Gräben, Aufstellen weiterer Windmühlen und Aufspülen einer Insel in direkter Nähe zu dem geschützten Biotop ebenso wie der geplante Bau eines Freizeit- und Sportbootanlegers brächten massive Störungen für die Natur. Deshalb lehnten die Landesverbände von BUND und NABU die Erweiterung in dieser Form ab: "Wir wollen es nicht so weit kommen lassen, daß man sich Natur zukünftig auch nur noch im Museum anschauen kann", so BUND-Expertin Wudtke.
