BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


28. September 1997

Umweltverbände im Brief an Schröder - "Erst nach der Wahl neue Gespräche mit neuem Regierungschef"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 28. September 1997 - Eine Pause der Gespräche mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Landesverband der Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) am Wochenende angekündigt. In einem Brief an Gerhard Schröder vertraten die Umweltverbände die Auffassung, daß er derzeit scheinbar kein Interesse habe, sich mit Natur- und Umweltschutz konstruktiv auseinanderzusetzen. Deshalb wollen die Verbände erst nach der Wahl wieder mit dem neuen Regierungschef sprechen. "Im Moment wird Umweltschutz nicht als Chance zur Modernisierung unsere Gesellschaft begriffen, sondern muß als Sündenbock für eine Wirtschaftspolitik in der Sackgasse herhalten", sagte Renate Backhaus, Vorsitzende des BUND. "Schröders öffentlichen Angriffe auf Umweltbürokraten und Vorwürfe gegen angeblich einseitiges Umweltdenken bereiten uns große Sorgen", so Backhaus weiter.
Verärgert sind die Umweltverbände darüber, daß der Ministerpräsident in der letzten Woche ein lang anberaumtes Gespräch kurzfristig abgesagt hatte. "Schon bei früheren Anlässen hat sich Schröder nicht der Diskussion gestellt. Jetzt wird es offensichtlich, daß er sich von dem landesweiten Diskurs-Prozeß um das Umweltprogramm Agenda 21 verabschiedet", sagte die BUND-Vorsitzende. Damit stehe er im Gegensatz zur eigenen Partei und anderen Teilen der Landesregierung, die das Gespräch mit allen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen im Lande führen würden.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/88/artikel/umweltverbaende-im-brief-an-schroeder-erst-nach-der-wahl-neue-gespraeche-mit-neuem-regierungschef/