17. Dezember 1997
Erörterungstermin Emssperrwerk: Umweltverbände informieren Bonn und Den Haag über die Behinderung niederländischer Einwender - Protestnote gegen Verhandlungsleitung
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Emden/Hannover, 17. Dezember 1997 - Während des Erörterungstermins haben die Umweltverbände heute eine scharfe Protestnote gegen den Verhandlungsleiter Burkhardt Struthoff eingereicht. In dem Schreiben wehren sich die Verbände dagegen, daß es niederländischen Einwendern nicht möglich gemacht werde, die Verhandlung durch eine Simultanübersetzung zu verfolgen. BUND, NABU und WWF unterrichteten auch die Niedersächsische Staatskanzlei, das Auswärtige Amt in Bonn und die Niederländische Regierung in Den Haag über das "unflexible Verhalten" des Verhandlungsleiters. "Wir sind empört über dieses rigorose Vorgehen, das nicht unseren Vorstellungen von gut nachbarschaftlichen Beziehungen im geeinten Europa entspricht", erklärte Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Geschäftsführer des BUND. Gerade die holländischen Vertreter und Vertreterinnen hätten gehört werden müssen, denn der Sperrwerksbau verstoße gegen internationale Vereinbarungen. Zudem hat die niederländische Umweltministerin Margarete de Boer vor kurzem ebenfalls Bedenken gegen das Bauwerk in der Unterems geäußert.