10. Dezember 1997

BUND entlarvt neues Gen-Food-Lügenmärchen - Japanische Gen-Züchtungen von antiallergenem Reis gescheitert

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 10. Dezember 1997 - "Mit falschen Aussagen versucht das Bundeslandwirtschaftsministerium genmanipulierte Nahrung als Segen für Allergiker darzustellen." Diesen Vorwurf erhob heute Hartmut Meyer, Gentechnik-Experte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Der Umweltverband sieht darin ein weiteres Beispiel dafür wie Verbraucherinnen und Verbraucher über genmanipulierte Nahrung fehlinformiert würden. Bereits im August dieses Jahres hatte der BUND eine Reihe von Versprechungen der Gen-Lobby widerlegt.
Im konkreten Fall geht es um eine Broschüre des Bonner Landwirtschaftsministeriums: Darin wird mit Hinweis auf japanische Züchtungsforschungen zu nicht allergieauslösendem Reis für die vermeintlichen Vorteile von Gen-Food geworben: "Nach bisherigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sind die japanischen Wissenschaftler nicht in der Lage, allergiekranken Menschen zu helfen", hat BUND-Experte Meyer von den beteiligten Reis-Forschern Tsukasa Matsuda und Yuichi Tada erfahren. "Reis-Allergiker reagieren so empfindlich auf eine Vielzahl von Auslösern, daß die Versuche aus medizinischer Sicht als gescheitert anzusehen sind", so der BUND-Experte weiter. In Deutschland seien Reisallergien zwar selten, trotzdem dürfe man die Menschen mit nicht schönfärberischen Äußerungen in Sicherheit wiegen. Zumal das Allergie-Risiko durch den Gentechnik-Einsatz in der Nahrungsproduktion vermutlich noch steigen werde.
"Die Skepsis der Verbraucher gegenüber Gen-Nahrung ist berechtigt", erklärte Meyer. Um sich gegen den wachsenden öffentlichen Druck zu wehren, scheue die Gen-Lobby offensichtlich nicht vor Lügen-Märchen zurück. "Deswegen ist das jetzt gestartete niedersächsische Volksbegehren zur Kennzeichnung gentechnikfreier Produkte so wichtig", erläuterte der BUND-Experte. "Denn dann können die Verbraucher mit dem Einkaufskorb darüber abstimmen, ob sie Gentechnik in ihren Lebensmitteln haben wollen oder lieber gentechnikfreie Produkte", so Meyer weiter.




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