26. Februar 1998

Niedersächsischer Verdienstorden an BUND-Ehrenvorsitzenden Prof. Alexander Gaede verliehen - "Niedersachsen ist mehr als nur ein Wirtschaftsstandort"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 26. Februar 1998 - Für sein jahrzehntelanges berufliches und ehrenamtliches Umweltengagement bekam heute Prof. Alexander Gaede, Ehrenvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), den Niedersächsischen Verdienstorden von Umweltministerin Monika Griefahn verliehen. Der 72jährige studierte Jurist sieht den Orden in erster Linie als Auszeichnung für seine BUND-Tätigkeit. Seit der Gründung 1961 als reiner Naturschutzverein habe der BUND ständig neue Themen aufgegriffen und sich zu einem Verband entwickelt, der heute in allen umweltrelevanten Bereichen präsent sei: "Mit der Ökosteuerforderung mischen wir uns in die aktuelle wirtschaftspolitische Diskussion und neuerdings beziehen wir verstärkt soziale und entwicklungspolitische Fragen in unserer Arbeit für ein zukunftsfähiges Niedersachsen mit ein", beschreibt Gaede die Entwicklung des BUND.
Im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl forderte Gaede von der zukünftigen Landesregierung, Umwelt- und Naturschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung als gemeinsame politische Ziele in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen. "Niedersachsen als Land zum Leben ist mehr als nur ein Wirtschaftsstandort", so Gaede. Die jetzige Landesregierung habe sich zu häufig dem Druck von Wirtschaft und Landwirtschaft gebeugt. Als Beispiele nannte der BUND-Ehrenvorsitzende die Abschaffung der Sonderabfallabgabe, den Vertrag zur Pilotkonditionierungsanlage in Gorleben, die Gipskarstzerstörung im Harz oder die zögerliche Meldung niedersächsischer FFH-Gebiete.
Zur BUND-Forderung der Ökosteuer erklärte Gaede, selbst Unternehmen und Gewerkschaften hätten sich inzwischen für eine schrittweise Verteuerung des Produktionsfaktors Energie ausgesprochen, um den Rohstoffverbrauch und Umweltblastungen zu senken. Weil sie erkannt hätten, daß sich dann die Lohnnebenkosten runterschrauben und neue Arbeitsplätze schaffen ließen. "Nur Ministerpräsident Gerhard Schröder läßt den nötigen Weitblick für solch einen zukunftsweisenden Schritt vermissen", bedauerte der BUND-Ehrenvorsitzende. Deshalb werde der Umweltverband zusammen mit anderen wichtigen gesellschaftlichen Gruppen weiter für ein ökologisches Steuermodell eintreten. "Denn das ist der Weg zu einer modernen Wirtschaftspolitik, die Schröder ja selbst fordert und die unsere Lebensgrundlagen sichern hilft", so Gaede.




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