14. Januar 1998

Nationalpark Elbtalaue - Stellungnahme des Bundesumweltministeriums ist sachlich unhaltbar

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 14. Januar 1998 - "Die Stellungnahme des Bonner Umweltministeriums zum geplanten Nationalpark Elbtalaue ist sachlich unhaltbar. Bundesumweltministerin Merkel versucht mit Scheinargumenten der Atomlobby und des Wissmann-Ministeriums das Schutzgebiet an der Elbe zu verhindern." Diese Kritik übte heute Dr. Marita Wudtke, Naturschutzreferentin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen.
Der Umweltverband, der sich wiederholt für einen Nationalpark in der europaweit einzigartigen Naturlandschaft an der Elbe ausgesprochen hat, fand zahlreiche Ungereimtheiten in der Stellungnahme aus Bonn: Beispielsweise sehe das Bundesumweltministerium im Nationalpark eine Gefahr, um seine atompolitischen Interessen in Gorleben durchzusetzen: "Hier werden die Tatsachen völlig verdreht: Nicht die Atomenergie ist durch den Naturschutz gefährdet, sondern die Natur dadurch, daß möglicherweise radioaktive Abwässer aus den Entsorgungsanlagen in die Elbe geleitet werden sollen", so die BUND-Expertin. Der Straßenbau-Lobby versuche Merkel ebenfalls den Rücken frei zu halten.
"Obwohl es seit 1996 eine Vereinbarung aller großen Umweltverbände mit dem Bundesverkehrsministerium gibt, um die ökologische Situation an der Elbe wieder zu verbessern, versucht jetzt das Bundesumweltministerium den Nationalpark zu verhindern, damit ein weiterer Elbausbau möglich bleibt", empörte sich Prof. Gerhard Thielcke, Ehrenvorsitzender des BUND Bundesverbandes, der die vielbeachtete Vereinbarung mit dem Ministerium mitunterzeichnet hatte.
"Merkel mißbraucht den Nationalpark für parteipolitische Auseinandersetzungen und den Wahlkampf", so die BUND-Expertin.




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