9. März 1998
Hochwasser und Verkehrsflut rund um Hannover - BUND fordert Vorrang für öffentliche Verkehrsmittel
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 09. März 1998 - Vorrangspuren für Busse auf den vierspurigen Bundesstraßen nach Hannover hat heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gefordert. Die Verkehrsflut auf den Einfallstraßen sei nicht nur jetzt beim Leinehochwasser und bei extremen Witterungsbedingungen zu beobachten, sondern während des ganzen Jahres bei größeren Veranstaltungen in der City. Beispielsweise hätten heute früh die Busse auf der B3 für die fünf Kilometer zwischen Arnum und Deisterkreisel aufgrund des Staus über eine Stunde gebraucht. "Um diese Situation zu entschärfen, die Busse aus den Staus rauszuholen und das Busfahren attraktiver zu machen, müssen Vorrangspuren auf den vierspurigen Straßen eingerichtet werden", erklärte Sibylle Maurer-Wohlatz, Verkehrsexpertin des BUND. Durch entsprechende Markierungen und Ampelschaltungen sollten diese Spuren vormittags für stadteinwärts fahrende und nachmittags für stadtauswärts fahrende Busse freigehalten werden. Der Einsatz zusätzlicher Schnellbusse, mit wenigen Haltestellen, könnte weitere Autofahrer und Autofahrerinnen zum Umsteigen auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel bewegen. "Damit ließe sich schnell und kostengünstig die Umwelt in und um Hannover entlasten und die Nerven der Pendler schonen", so die BUND-Sprecherin. Fahrgemeinschaften mit mindestens drei PKW-Insassen könnten ebenfalls von den Vorrangspuren profitieren, so die Überlegungen des BUND: "Wer nicht einsam, sondern gemeinsam im Auto fährt, kann die Busspur benutzen und spart als Fahrgemeinschaft noch eine Menge Geld", so Maurer-Wohlatz. In den USA würde dieses Modell in etlichen Städten erfolgreich angewendet und sei dort ein Bestandteil der Smog-Bekämpfung.
