16. April 1998
Volksbegehrensinitiative "Gentechnikfrei aus Niedersachsen" - Nahrungsmanipulation bestätigt Gentechnik-Kritiker
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 16. April 1998 - Die Volksbegehrensinitiative "Gentechnikfrei aus Niedersachsen" und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sehen ihre Forderung nach einem kontrollierten Gütesiegel für gentechnikfreie Produkte durch die jüngst bekannt gewordenen Nahrungsmanipulationen bestätigt: "Die Sicherheit der Verbraucher, zu wissen was in ihrem Einkaufskorb landet, darf nicht von zufälligen Stichproben abhängen. Deshalb ist ein Gütesiegel für Nahrungsmittel, die vom Saatgut bis zum Fertigprodukt auf Gentechnikfreiheit überwacht werden, unbedingt notwendig", erklärte Heidemarie Dann von der Koordinationsstelle des Volksbegehrens. Der Gesetzentwurf, den die Initiatoren des Volksbegehrens eingebracht haben, garantiere dies weitgehend.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher, die zu mehr als achtzig Prozent genmanipulierte Nahrung ablehnten, hätten zur Zeit keine Möglichkeit, sich für oder gegen veränderte Lebensmittel beim Einkauf zu entscheiden. "Es fehlen immer noch konkrete Durchführungsbestimmungen der EU, wie genmanipulierte Nahrung zu kennzeichnen ist. Und selbst danach ist zu erwarten, daß nur zwanzig Prozent der gentechnisch veränderten Produkte wirklich gekennzeichnet werden müssen", sagte Dann. Es sei also nicht verwunderlich, daß jetzt solche Fälle von Nahrungsmanipulation aufgedeckt würden. "Um Licht in diese rechtliche Grauzone zu bringen, ist eine positive Kennzeichnung gentechnikfreier Lebens-, Saat- und Futtermittel, wie wir sie anstreben, notwendig", so Dann.