BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


9. Mai 1998

Vorwürfe gegen Rabenvögel aus der Luft gegriffen - BUND fordert Rabenvogelerlaß beizubehalten

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Göttingen/Hannover, 09. Mai 1998 - Die jüngsten Meldungen, wonach Rabenkrähen für den Tod von zehn Lämmern verantwortlich gemacht wurden, erwiesen sich als unhaltbar. Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover ergaben jetzt, daß die Tiere schon vorher durch streunende Hunde oder andere wildlebende Säugetiere getötet wurden, bevor sich die Krähen auf den Lämmern niederließen.: "Es hat den Anschein, daß die Horrorgeschichte von den Killervögeln bewußt in die Welt gesetzt wurde, um Stimmung gegen die Rabenvögel zu machen", erklärte am Samstag nachmittag der stellvertretende Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Niedersachsen Dr. Reinhard Löhmer auf der Jahresdelegiertenversammlung des Umweltverbandes in Göttingen. Der Zoologe forderte grundsätzlich veterinärärztliche Untersuchungen, bevor solche Meldungen verbreitet würden. "Schon wiederholt haben sich Nachrichten über den Angriff von Rabenvögeln auf andere Tiere als unwahr herausgestellt. Nur genaue Untersuchungen können diese emotionsgeladene Debatte noch versachlichen. Das Umweltministerium darf dem Druck, den vor allem Landwirte und Jäger ausüben, um die Rabenvogelschutzverordnung wieder zu kippen, nicht nachgeben", forderte der BUND-Experte. Das Beispiel zeige einmal mehr, daß die Anti-Raben-Lobby nicht vor "Jägerlatein" zurückschrecke, wenn es darum ginge die Rabenvögel in Verruf zu bringen, so der Vorwurf des BUND-Sprechers.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/84/artikel/vorwuerfe-gegen-rabenvoegel-aus-der-luft-gegriffen-bund-fordert-rabenvogelerlass-beizubehalten/