13. Juli 1998
Verschärfung der Strahlengrenzwerte - BUND fordert "Atomkraftwerk Krümmel stillegen"
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 13. Juli 1998 - "Angesichts der neuesten Erkenntnisse über die Gefährlichkeit atomarer Strahlung muß Krümmel endlich still gelegt werden", forderte heute Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Geschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. "Das Atomkraftwerk steht nach wie vor in Verdacht, Auslöser für die zahlreichen Leukämieerkrankungen in der Elbmarsch zu sein", so der BUND-Vertreter. "Es ist ein ungeheurer Skandal, daß über dreißig Jahre versäumt wurde, die Strahlenschutzgesetzgebung an aktuelle medizinische Erkenntnisse anzupassen", empörte sich Bodenstein-Dresler. Die Untersuchungen für die gültige Strahlenschutzverordnung stammten aus den 50er und 60er Jahren, das hatte die Gesellschaft für Strahlenschutz in Bremen heute erklärt. "Nach dem Castorskandal zeigt sich einmal mehr, daß die Atomlobby mit dem Motto 'tarnen, tricksen, täuschen' agiert", so der BUND-Sprecher. Er verwies auf ein Urteil des Bundesveraltungsgerichtes (BVG) Berlin, das im Zusammenhang mit Krümmel bereits 1996 die Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung hinterfragt hatte. "Schon vor zwei Jahren stellte das BVG die Frage, ob die Strahlengrenzwerte, die für den Normalbetrieb von Krümmel zugrundegelegt wurden, noch dem Gebot der Schadensvorsorge genügten." Angesichts der aktuellen Erkenntnisse über Krebshäufungen auch bei Einhaltung der derzeit gültigen Grenzwerte gehöre Krümmel abgeschaltet.
