2. Juni 1998

BUND zur geplanten Elbbrücke bei Darchau - "Nie verheilende Wunde im neuen Nationalpark"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 02. Juni 1998 - "Mit der geplanten Elbbrücke bei Darchau wird eine nie verheilende Wunde in den neuen Nationalpark-Elbtalaue geschlagen", diesen Vorwurf erhob heute Dr. Marita Wudtke, Naturschutzreferentin vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Am (morgigen) Mittwoch beginnt in Lüneburg die Bezirksregierung mit dem Raumordnungsverfahren für die Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau. Bedenken gegen den Brückenbau haben auch der Landkreis Lüchow-Dannenberg und die Gemeinde Neu Darchau angemeldet."Bisher wurde nicht ermittelt, ob überhaupt ein Verkehrsbedarf für diese neue Straßenverbindung besteht. Das 60 Millionen Mark teure Bauwerk wird auf bloßen Verdacht hin geplant", so die BUND-Vertreterin. Fest steht allerdings, daß die Dämme der zwei Kilometer langen Zufahrtsstraßen rechts und links der Elbe und die Brücke selbst, die Elbaue als Kernstück des Nationalparks zerschneiden. International bedeutsame Vogelschutzgebiete und Flächen aus dem europäischem Naturschutznetz wären davon ebenfalls betroffen. "Noch brüten hier seltene und bedrohte Vogelarten wie Nachtigall, Braunkehlchen oder der Schilfrohrsänger. Die Flachwasserbereiche an der Elbe sind wichtige Rastplätze für Zugvögel auf ihren weiten Reisen. Und auf anderen ökologisch wertvollen Flächen, die durch den Bau geschädigt würden, leben Heuschrecken und Tagfalter, die in Niedersachsen vom Aussterben bedroht sind", erläuterte Wudtke die Naturschutzargumente gegen die geplante Brücke. Verkehrspolitisch ist die Elbquerung nach Ansicht des BUND ebenfalls nicht zu vertreten: "Es ist ein offenes Geheimnis, daß damit der Autoverkehr im Nationalpark weiter angekurbelt wird und Zubringerstraßen ausgebaut werden sollen", sagte die BUND-Vertreterin. Die Elbfähre Darchau/Neu Darchau bewältige den gegenwärtigen Autoverkehr sehr gut und sei eine der wenigen Fährverbindungen, die mit Gewinn führen. "Außerdem sind die Fähren an der Elbe nicht nur umweltfreundliche Verkehrsmittel, sondern touristische Attraktionen im Nationalpark, die der Konkurrenz durch die Brücke nicht gewachsen sind", gibt Wudtke zu bedenken.




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