4. September 1998

Zwei Jahre Elbe-Erklärung - Bundesbehörden und Bundesminister Wissmann uneinig BUND: "Linke Hand weiß nicht, was die rechte tut"

Von: : Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 04. September 1998 - "Zwei Jahre nach der vielbeachteten Unterzeichnung der Elbe-Erklärung zum Schutz dieses europaweit einzigartigen Naturraumes zeigt sich, daß das Bundesverkehrsministerium und seine Schiffahrtsbehörden offensichtlich unterschiedliche Ziele verfolgen." Diesen Eindruck hat Dr. Marita Wudtke, Naturschutzexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann und die Wasser- und Schiffahrtsdirektion Ost (WSD) versuchten, die Vereinbarung mit den Umweltverbänden zu unterlaufen und trieben mitten im Nationalpark den 80 Millionen Mark teuren Ausbau der sogenannten Elbe-Reststrecke zwischen Dömitz und Hitzacker weiter voran. Die WSD Mitte mit Sitz in Hannover hingegen vertrete die Auffassung, daß der gesamte Schiffsverkehr zwischen Berlin und Hamburg über den Mittelland- und Elbe-Seitenkanal laufen solle und hielte sich damit an die Elbe-Erklärung.
"Es hat den Anschein, daß die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut", sagte Wudtke, "mit der Folge, daß ein wertvoller und geschützter Flußabschnitt zerstört wird und durch den Parallelausbau Steuergelder verschleudert werden", so die BUND-Expertin weiter. Ein Skandal, wenn man bedenke, daß außerdem die Bahn ihre Transportkapazitäten zwischen den beiden Großstädten von heute auf morgen verdoppeln könne. Der Umweltverband appellierte an die niedersächsische Landesregierung, ihre im Landtag geäußerte Ablehnung des geplanten Reststreckenausbaus auf Bundesebene offensiv zu vertreten.




  • Direkt zur Online-Spende, Foto: eyewire / fotolia.com
  • Direkt zum Online-Antrag, Foto: eyewire / fotolia.com

Ihre Spende hilft.

Suche