BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


17. Juli 1998

Voller Erfolg des Volksbegehrens - "Gentechnikfrei aus Niedersachsen"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 17. Juli 1998 - Als großen Erfolg wertete der Initiativkreis des Volksbegehrens "Gentechnikfrei aus Niedersachsen", daß seine Forderungen zur Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel bundesweit umgesetzt werden. Der Bundesrat hatte am vergangenen Freitag die vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegte Verordnung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln 'Ohne Gentechnik' beschlossen. Damit wird es möglich, Lebensmittel zu kennzeichnen, die ohne Anwendung gentechnischer Verfahren hergestellt worden sind - so wie es das Volksbegehren in Niedersachsen auch anstrebt. "Wir sehen die Ziele des niedersächsischen Volksbegehrens dadurch sogar bundesweit erfüllt", erklärten Sprecher der Volksbegehrensinitiative heute auf einer Pressekonferenz in Hannover. Einen Antrag auf Zulässigkeit des Volksbegehrens wollen die Initiatoren daher nicht mehr bei der Landesregierung stellen. Eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Lebensmitteln sei überfällig. Dies hätten über 100.000 Menschen in Niedersachsen im letzten halben Jahr durch ihre Unterschrift zum Volksbegehren und durch ihre Teilnahme an den zahlreichen Veranstaltungen bewiesen. Die öffentliche Diskussion durch das Volksbegehren in Niedersachsen um die völlig unzureichende Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln habe in Bonn Wirkung gezeigt. "Hersteller und Zulieferer müssen nun nachweisen, daß ihre Produkte, Zutaten, Hilfs- und Zusatzstoffe ohne Gentechnik hergestellt worden sind, wenn sie entsprechend kennzeichnen möchten," erklärte Erich von Hofe, gesetzlicher Vertreter des Volksbegehrens. "Dies bedeutet einen Marktvorteil, da nach wie vor mehr als achtzig Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher Lebensmittel ohne Gentechnik kaufen wollen." "Der Erfolg des Volksbegehrens ist der Verdienst engagierter Personen in vielen gesellschaftlichen Gruppen. Den unermüdlichen Unterschriftensammlerinnen und -sammlern gebührt ein dickes Lob und unser herzlichster Dank," betont Gisela Wicke, gesetzliche Vertreterin des Volksbegehrens. "Außerdem wurden über sechs Monate Menschen in Niedersachsen intensiv über mögliche gesundheitliche, ökologische und soziale Folgen der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung informiert." Zur Umsetzung der Kennzeichnung sind noch verschiedene Aufgaben anzugehen. So wollen die Initiatoren des Volksbegehrens demnächst niedersächsische Firmen ansprechen, die ihre Produkte 'Ohne Gentechnik' kennzeichnen wollen. Außerdem wollen sie eine entsprechende Kennzeichnung für Saatgut, Futtermittel und Futtermittelzusatzstoffe erstreiten um sicherzustellen, daß Lebensmittel und Fleischprodukte von grundauf gentechnikfrei sind.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/83/artikel/voller-erfolg-des-volksbegehrens-gentechnikfrei-aus-niedersachsen/