27. Juli 1998
"Keine Panik bei Wespen auf dem Pflaumenkuchen!" - BUND-Informationen zu Wespen und Hornissen
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 27. Juli 1998 - "Wespen können zwar manchmal ganz schön lästig sein, aber zur Panik besteht meist kein Anlaß", sagte Robert Exner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Jetzt und in den kommenden Wochen sind die schwarzgelben Insekten wieder häufiger als Gäste an der Kaffeetafel und im Biergarten zu erwarten. Leider seien Vorurteile über die Wespen weiter verbreitet als das Wissen über ihre Bedeutung für die Natur: "Beispielsweise fangen sie große Mengen solcher Insekten, die in der Land- und Forstwirtschaft Schäden anrichten können", klärte der BUND-Sprecher auf. Von den acht Wespenarten Mitteleuropas ließen sich lediglich zwei durch Süßigkeiten anlocken, meist ernährten sie sich von Baumsäften, Blütennektar oder Honigtau der Blattläuse. Der Umweltverband erinnerte daran, daß lästige Wespennester in Gebäuden nicht auf eigene Faust beseitigt werden dürften: "Zuerst müssen die örtlichen Naturschutzbehörden gefragt werden, denn einige Wespenarten sind geschützt. Außerdem haben die Fachleute Tips parat, wie die Nester ohne Gefahr für Menschen und Tiere entfernt werden können, wenn es gar nicht anders geht", so Exner. Sollten sich Wespen tatsächlich über den frischen Pflaumenkuchen hermachen, empfiehlt der BUND ein Gemisch aus Cola und Orangensaft in sicherer Entfernung zur Kaffeetafel aufzustellen. Auch durch Fleischreste ließen sich die Tiere ablenken. "Sind Wespen im Anflug, heißt es cool bleiben", so Exner. Die Insekten stechen nur aus Notwehr oder bei Störungen in der Nähe ihres Nestes. "Im Umkreis von etwa vier Metern zum Nest gehen Wespen zur Verteidigung über. Die meisten Arten meiden aber die Begegnung mit dem Menschen und flüchten bei Beunruhigungen", sagte der BUND-Sprecher. Das gelte auch für ihre größeren Verwandten, die Hornissen. Gefährlich seien Stiche nur für Allergiker. Auch wenn jemand versehentlich ein Tier verschluckt hätte, müßte schnellstens ärztliche Hilfe geholt werden. "Vorsicht ist also beim Schluck aus der offenen Bierflasche und dem Saftglas geboten", so Exner. Die Vorstellung aber, daß drei Hornissenstiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten könnten, gehörten endgültig ins Reich der Fabeln.
