BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


18. September 1998

Verdacht auf neuen Leukämiefall beim AKW-Krümmel - BUND: Krümmel darf nicht wieder ans Netz

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover/Kiel, 18. September 1998 - "Das AKW Krümmel darf nicht wieder ans Netz. Es müssen endlich die Menschen in der Elbmarsch geschützt werden und nicht der Leukämiereaktor", diese Forderung erhob Renate Backhaus, die niedersächsische Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), nachdem heute die Erkrankung eines jungen Erwachsenen an Leukämie in der Elbmarsch bekannt wurde. Ein Zusammenhang mit dem Atomkraftwerk sei nicht auszuschließen. Seit 1989 waren zehn Kinder und ein Jugendlicher in der Umgebung des Atomkraftwerkes an Blutkrebs erkrankt. "Diese weltweit einzigartige Häufung zeigt, daß der Betrieb von Krümmel lebensgefährlich ist. Deshalb muß die Kieler Landesregierung dafür sorgen, daß das Atomkraftwerk jetzt nach der turnusmäßigen Revision nicht wieder anfährt", forderte die BUND-Vorsitzende. Backhaus, die nur zwanzig Kilometer vom Reaktor entfernt wohnt, hatte in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, durch gerichtliche Auseinandersetzungen den Reaktor stillzulegen.
Auch Bundesumweltministerin Angela Merkel sei gefordert: "Sonst setzt sie durch Bundesweisungen ständig die Interessen der Atomindustrie durch. Was muß eigentlich noch passieren damit die Ministerin, die für die Reaktorsicherheit zuständig ist, endlich eine Weisung erteilt, um die Lebensinteressen der Bevölkerung zu wahren", fragt sich die BUND-Vorsitzende.
Das Atomkraftwerk Krümmel kam in den letzten Wochen kaum aus den Schlagzeilen heraus: Während der Revision wurden Risse an Rohrleitungen entdeckt, Steuerstab-Antriebe waren beschädigt - also sicherheitstechnisch äußerst wichtige Elemente. Verstrahlte Transportbehälter wurden auf dem Kraftwerksgelände entdeckt und andere Zwischenfälle kamen von dem als Pannenreaktor bekannten Atomkraftwerk an die Öffentlichkeit.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/82/artikel/verdacht-auf-neuen-leukaemiefall-beim-akw-kruemmel-bund-kruemmel-darf-nicht-wieder-ans-netz/