23. November 1998

Krümmel als Plutoniumschleuder? - BUND fordert Konsequenzen aus Bremer Studie

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 23. November 1998 - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen forderte heute von der Bundesregierung und der Landesregierung Schleswig-Holstein, Konsequenzen aus der Studie der Bremer Universität zum AKW Krümmel zu ziehen: "Sollten sich die Bremer Studienergebnisse nicht widerlegen lassen, daß Krümmel für die Freisetzung von Plutonium 241 und dessen Folgeprodukt Americium 241 verantwortlich ist, darf der Pannenreaktor nie wieder ans Netz", forderte Renate Backhaus, Landesvorsitzende des BUND, die jahrelang gerichtlich gegen Krümmel vorgegangen war.
"Von der Bundesregierung und Umweltminister Jürgen Trittin erwarten wir eine konsequente Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen", so Backhaus weiter. Darin werde "eine Klarstellung der Beweislastregelung bei begründetem Gefahrenverdacht" zugesagt. Es gehe nicht an, daß zum wiederholten Male die Bürgerinitiative gegen Leukämie tätig werden mußte, um die lebensbedrohlichen Risiken von Krümmel aufzudecken. "Es muß endlich der Betreiber, die HEW, in die Pflicht genommen werden und die HEW muß unwiderlegbar nachweisen, daß Krümmel nichts mit den aufgetretenen Leukämieerkrankungen und den Plutoniumkontaminationen zu tun hat", forderte die BUND-Vorsitzende.
Von der schleswig-holsteinischen Aufsichtsbehörde, dem Energieministerium, erwartet der BUND, daß sie endlich ihre Aufsichtspflicht zum Wohle der Menschen in der Elbmarsch ausübt und sich nicht länger als Nachsichtsbehörde großzügig gegenüber der HEW zeigt. Mit den jüngst bekannt gewordenen dramatischen Ergebnissen müsse sich auch die von den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen einberufene Untersuchungskommission befassen. Die Kommission, die am kommenden Mittwoch in Hannover im Sozialministerium tagt, müsse entsprechende Vorschläge für die beteiligten Landesministerien zur Überprüfung der Studienergebnisse und dann zur Stillegung von Krümmel erarbeiten: "Die Ergebnisse der Bremer Uni verlangen sofortiges Handeln, da nicht auszuschließen ist, daß beim Betrieb von Krümmel weitere Pannen passieren", sagte Backhaus.




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