30. September 1998

Expo-Ende in Lissabon - BUND warnt: Expo-Finanzlöcher wachsen exponentiell

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 30. September 1998 - 1992 in Sevilla: 580 Millionen Mark Expo-Verlust, 1998 in Lissabon: 670 Millionen Mark Expo Verlust und im Jahr 2000 in Hannover ???: "Die Expo-Finanzlöcher werden von mal zu mal größer. Für Hannover ist schon jetzt ein Weltausstellungsdefizit von über 400 Millionen eingeplant und es gibt Prognosen, die von einem Milliarden-Minus ausgehen", warnte Robert Exner, Expo-Referent des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen aus Anlaß des heutigen Expo-Endes in Lissabon. Einer Weltausstellungsplanung nach dem Motto 'Koste es was es wolle' erteilte der Umweltverband eine klare Absage. "Die Steuergelder, die für die Expo in Hannover verschwendet werden, fehlen an anderer Stelle für sinnvolle, zukunftsweisende Vorhaben", so Exner.Der BUND nannte eine Reihe von Umweltprojekten, die sich alternativ mit dem Geld durchführen ließen: "Allein für die 256 Millionen Mark, die der neue Bundeskanzler Gerhard Schröder offensichtlich der Expo als Umsatzsteuer erlassen will, könnte man eine Fläche dreimal so groß wie das Saarland an tropischen Regenwäldern vor der Abholzung bewahren", erläuterte Exner. Für diese Summe könnten über tausend ökologisch gebaute Häuser errichtet werden. Rund 130 Windkraftanlagen seien mit dem Geld zu finanzieren: "Damit könnte man etwa 250.000 Menschen oder eine Stadt wie Braunschweig mit umweltfreundlichen Strom versorgen, rund 170.000 Tonnen des Treibhausgases CO2 im Jahr einsparen und unzählige Arbeitsplätze schaffen", rechnete der BUND vor.Der BUND nannte es unredlich, daß die Expo-GmbH versuche, ihre Verlustbilanz mit den angeblichen Steuereinnahmen von vier Milliarden Mark schönzufärben: "Die Investitionen in Infrastruktur und Wohnungsbau hätte es auch ohne Expo früher oder später gegeben und damit auch die Steuereinnahmen. Das ist kein Verdienst der Expo, sondern ein weiterer Versuch schlechtes Haushalten zu verschleiern", kritisierte BUND-Sprecher Exner.




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