25. November 1998

Gericht beschließt Baustopp Emssperrwerk - Umweltverbände: Großer Erfolg für den Naturschutz

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover/Bremen, 25. November 1998 - Die niedersächsischen Umweltverbände BUND, NABU und die Umweltstiftung WWF-Deutschland begrüßten die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg zum sofortigen Baustopp des Emssperrwerks: "Das ist ein großer Erfolg für den Naturschutz und bestätigt unsere Auffassung, daß der Durchmarsch der Sperrwerksplaner gesetzeswidrig ist. Zum Glück hat das Gericht jetzt die Ems vor größeren Schäden bewahrt", freute sich eine Sprecherin der Umweltverbände. Gerade in den Wintermonaten seien die internationalen Vogelschutzgebiete im Deichvorland bei Nendorp und Petkum wichtige Rastflächen für seltene und bedrohte Vogelarten wie der Nonnengans. "Gut, daß dort bis zur endgültigen Entscheidung erst einmal wieder Ruhe einkehren kann", sagte die Verbandsvertreterin.
Für die Papenburger Meyer-Werft muß nach Ansicht der Umweltverbände jetzt endlich ein Konzept entwickelt werden, das die Zukunft der Werft sichert, ohne die Ems zu zerstören oder Umweltgesetze außer Kraft zu setzen. "BUND und WWF haben dazu bereits im letzten Jahr ihr Konzept der Werftenkooperation Combi 2000 vorgestellt. Und sicherlich wird sich eine zukunftsweisende Lösung für die Werft finden lassen. Leider wurde für das Sperrwerk die Kreativität und der Arbeitseifer der Region in eine Sackgasse gelenkt. Doch noch ist es für eine Lösung, die Umwelt und Werft hilft, nicht zu spät", so die Sprecherin der Verbände.
Nach der positiven Entscheidung sind BUND, NABU und WWF optimistisch für die Hauptverhandlung: "Jetzt hat sich das Gericht vor allem mit der angeblichen Küstenschutzfunktion des Sperrwerks befaßt. Erst im Hauptverfahren geht es um das eigentliche Stauwehr und das verstößt gegen so viele nationale und internationale Umweltgesetze und -richtlinien, daß es einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhält", ist sich die Sprecherin der Verbände sicher.
Die Umweltverbände forderten die Bezirksregierung auf, alle Baugeräte und Einrichtungen, die die wertvollen Naturbereiche an der Ems beeinträchtigen, bis zur endgültigen Entscheidung abzuziehen. Außerdem müsse dafür gesorgt werden, daß der Emsdeich an der Baustelle auch ohne ständige Überwachung sicher ist und die liegengelassene Baustelle die Menschen in Gandersum nicht gefährde.




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