2. Februar 1999

Elbvertiefung - BUND-Ablehnung durch Stellungnahme von Bundesbehörden untermauert

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 02. Februar 1999 - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen und Hamburg sieht seine Ablehnung der geplanten Elbvertiefung durch Bundesbehörden bestätigt. Eine gemeinsame Stellungnahme vom Bundesamt für Naturschutz und der Bundesanstalt für Gewässerkunde vom Februar 1997 wurde erst vor kurzem bekannt. "Darin werden unsere ökologischen Bedenken untermauert. Deshalb ist sie bei den Elbvertiefungs-Planern höchst unerwünscht und blieb wahrscheinlich fast zwei Jahre unter Verschluß", sagte Dr. Marita Wudtke, Naturschutzexpertin des BUND. In der Stellungnahme hält das Bundesamt für Naturschutz die Vertiefung "aus Umwelt- und Naturschutzsicht nicht für vertretbar". Und selbst die Bundesanstalt für Gewässerkunde, die dem Bundesverkehrsministerium unterstellt ist, kommt in der Stellungnahme zu dem Schluß, daß die Elbvertiefung eine Planung mit "erheblichen Problemhäufungen" sei. "Bis heute ist nicht zu erkennen, daß die Planungsbehörden diese schwerwiegenden Bedenken und Einschränkungen überhaupt berücksichtigen. Fest steht nur, daß Mitte Februar der Planfeststellungsbeschluß erlassen werden soll", so die BUND-Expertin. Außerdem müßten die Planungen zur Elbvertiefung und zur DASA-Erweiterung zusammen betrachtet werden, da zum Teil derselbe Naturraum betroffen wäre. "Dieses portionsweise Vorgehen erschwert, die Gesamtauswirkungen richtig zu bewerten", bemängelte Wudtke.
In der Stellungnahme haben die beiden Behörden neben der Elbvertiefung fünfzehn weitere Projekte in ganz Deutschland beurteilt. Für die Ausbaggerung der Unterelbe auf 130 Kilometer Länge kommen die Behörden bei Detailuntersuchungen beispielsweise zu dem Ergebnis, daß von der Vertiefung zahlreiche Schutzgebiete von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung betroffen seien, darunter auch Flächen, die zu den wichtigsten Wasservogelgebieten Europas zählten.
"Wir sehen unsere Auffassung bestätigt, daß der Abwechslungsreichtum der Landschaft an der Unterelbe mit seinen unterschiedlichen, zum Teil seltenen Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensräumen bedroht ist", erklärte Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND in Hamburg. Als Beispiele für seltene Arten in der Elbe nannte der BUND den Schierlingswasserfenchel, der hier weltweit einzigartig ist und die Finte, eine gefährdete Fischart, die europaweit ebenfalls nur in der Unterelbe vorkommt. "Auch die Bundesbehörden befürchten, daß mit der Elbvertiefung die Tendenz schleichender Lebensraumzerstörung verstärkt wird", sagte Braasch. Deshalb verlangten die beiden BUND-Landesverbände erneut einen Stop der Elbvertiefungsplanung und der vorgezogenen Maßnahmen.




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