13. Januar 1999

BUND kritisiert Niedersachsens Atompolitik - "Statt Ausstieg wird Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ermöglicht"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 13. Januar 1999 - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen übte heute scharfe Kritik an der Atompolitik der Landesregierung. "Statt den versprochenen Atomausstieg endlich einzuleiten, stellen Jüttner und Glogowski die Weichen für den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke", sagte Renate Backhaus, Vorsitzende des BUND. Anlaß für den Vorwurf des Umweltverbandes ist die Genehmigung des Umweltministeriums, für den Einsatz von Brennelementen mit höherer Uran-Anreicherung im Atomkraftwerk Stade. "Der Schrottreaktor ist das zweitälteste Atomkraftwerk in Deutschland. Bereits vor neun Jahren war die Abschaltung des AKW Stade Gegenstand der niedersächsischen Koalitionsvereinbarungen. Und jetzt gibt die Landesregierung grünes Licht, wenn versucht wird, dem Uraltreaktor durch neue Brennelemente ein neues Leben einzuhauchen und das Castorproblem zu umgehen", so die BUND-Vorsitzende. Durch die neuen Brennelemente werde laut Umweltministerium der Atomabfall reduziert. "Wenn die Landesregierung wirklich eine Entschärfung des Entsorgungsproblems will, dann muß sie mit dem Sofortausstieg beginnen und keine Überlebenshilfen für Atomreaktoren geben", sagte Backhaus.
Aber bereits die Äußerungen von Ministerpräsident Gerhard Glogowski, der von Restlaufzeiten für niedersächsische AKW von zwanzig Jahren ausgeht, hätten gezeigt, daß sich Niedersachsen vom Atomausstieg verabschiede. "Skeptisch beurteilen wir auch, daß das Land beim Atomkraftwerk Lingen ein Zwischenlager mit Kapazitäten für rund 40 Jahre genehmigen will", so die BUND-Vorsitzende. Die jetzige Genehmigung für Stade lasse erneut vermuten, daß die Landesregierung Bundeskanzler Gerhard Schröder Beihilfe gibt, bei seinem Versuch, den Ausstieg aus der menschenverachtenden Atomindustrie auf die lange Bank zu schieben.




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