12. März 1999

Expo-Partner Coca-Cola - BUND: Expo-Umweltmanagement unglaubwürdig

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 12. März 1999 - Hannover, 12. März 1999 - "Der gestern zwischen der Expo-GmbH und Coca-Cola geschlossene Produktpartnervertrag offenbart erneut das unglaubwürdige Expo-Umweltmanagement", zu diesem Urteil kommt Robert Exner, Expo-Referent des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Jetzt werde offensichtlich akzeptiert, auf dem Expo-Gelände ein Fünftel der Getränke in Dosen und anderen Einwegverpackungen zu verkaufen. Ganz anders liest sich das in den dreiseitigen Richtlinien zum Expo-Umweltmanagement, die Ende Januar festgelegt wurden. "Gerade mal sieben Wochen ist es her, daß die Expo-GmbH demonstrativ erklärte: 'wir wollen keine Dosen auf dem Weltausstellungsgelände'. Frei nach dem Motto, was stört mich mein Geschwätz von gestern, will die Expo-GmbH davon heute offensichtlich nichts mehr wissen", sagte Exner. Ärger dürfte die Geschäftsführung auch mit dem Aufsichtsrat bekommen. Der hatte nämlich dazu aufgefordert, mit Coca-Cola einen dosenfreien Vertrag abzuschließen. "Aber wer weiß, vielleicht braucht die Expo so dringend Wirtschaftspartner, daß der Aufsichtsrat über diesen kleinen Schönheitsfehler des Vertrages großzügig hinwegsehen kann", vermutet Exner.
Der BUND hat übrigens nachgerechnet. Wenn nur jeder fünfte Expo-Besucher zur Dose greift, sind das rund acht Millionen Einwegbehälter. Aneinandergelegt wäre die Dosenkette rund 880 Kilometer lang. "Die Expo sucht doch immer noch nach einem öffentlichkeitswirksamen Symbol. Eine Dosenschlange quer durch Deutschland, das wäre doch ein schönes Wahrzeichen für die Wegwerfkultur, die mit der Expo fröhliche Urstände feiert", schlägt BUND-Sprecher Exner vor.




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