31. Mai 1999

EXPO 2000 - Expo als Wegbereiter für Cola's Automatenoffenive?

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 31. Mai 1999 - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen und die Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) äußerten heute den Verdacht, daß der Getränkehersteller Coca-Cola die Expo 2000 nutzt, um eine Offensive für Dosenautomaten zu starten. Wie die Umweltverbände erfahren haben, will Coca-Cola solche Getränkeautomaten im Expo-Freigelände aufstellen, die Entsorgung der umweltschädlichen Einwegdosen soll das Duale System Deutschland übernehmen: "Von Seiten der Expo heißt es zwar, Einweg-Dosen soll es nur geben, wenn mehr als 260.000 Besucher am Tag auf dem Gelände sind. Nach Auskunft von Coca-Cola sollen die Automaten jedoch ständig laufen. Und niemand kann kontrollieren, wie hoch der Dosenberg dann tatsächlich ist", sagte Robert Exner, Exporeferent des BUND. "Die Expo selbst feiert sich schon jetzt vollmundig als Mehrweg-Weltausstellung, dabei hat sie bis heute keinen Vertrag mit Cola abgeschlossen, der Einwegdosen auf dem Gelände verbietet, so wie es der Aufsichtsrat rsprünglich der Expo-Geschäftsführung vorgeschrieben hatte", erklärte der BUND-Experte.Ralf Strobach, Geschäftsführer der BIU sieht in den unterschiedlichen Aussagen von Cola und der Expo-GmbH einen weiteren Beweis für das unglaubwürdige Umweltmanagement der Weltausstellungsplaner: "Sobald es konkret wird, schmeißt die Expo alle Umwelt-Zusagen über Bord."BUND und BIU befürchten, daß Coca-Cola auf der Weltausstellung den Startschuß für eine Getränkeautomaten-Flut in ganz Deutschland geben wird. 125.000 Automaten will der Getränkekonzern in den nächsten Jahren in Deutschland aufstellen und damit andere Hersteller und Verkäufer aus dem sogenannten "Unterwegs-Markt" drängen. "Dadurch würde nicht nur der umweltschädlichen Weißblechdose Platz an jeder Straßenecke eingeräumt, sondern es würden auch 10.000 Arbeitsplätze in Trinkhallen, Kiosken und bei der Mehrweggetränkeabfüllung verloren gehen," befürchten die erbände. Bereits seit 1997 versuche Coca-Cola, das Aufstellen der Getränkeautomaten voranzutreiben. In einem Schreiben hatte sich die Firma an den damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder gewandt und eine Investition von 500 Millionen Mark für Dosenautomaten und die Schaffung von 1.000 neuen Arbeitsplätzen in Aussicht gestellt. Im Gegenzug verlangte das Unternehmen, daß sich Schröder für die Aufhebung der Mehrwegquote einsetzen sollte."Mit der Dosenoffensive von Coca-Cola geht von der Expo das Signal für den Abbau von Umweltstandards aus", so die Vertreter von BUND und BIU. Denn die Dosenautomaten würden die Mehrwegbemühungen des Getränkegroßhandels zunichte machen.




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