28. Juli 1999
BUND zum Grundwasserbericht Niedersachsen - "Zeitbomben im Boden explodieren bereits"
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 28. Juli 1999 - "Die Zeitbomben im Boden, vor denen seit Jahren gewarnt wurde, ticken nicht mehr, sondern explodieren bereits. Die hohe Grundwasserbelastung durch gesundheitsgefaehrdende Pestizide und Aluminium zeigt, dass in der Landwirtschafts- und in der Verkehrspolitik viel zuwenig getan wird, um unser wichtigstes Lebensmittel Wasser zu schuetzen", sagte Tilman Uhlenhaut, Landwirtschaftsexperte vom Bund fuer Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Der heute vorgestellte Grundwasserbericht des Niedersaechsischen Landesamtes fuer OEkologie (NLOE) mache deutlich, dass die Trendwende in der Landwirtschaft hin zu umweltvertraeglichen Wirtschaftsweisen noch nicht stattgefunden habe. "Wenn fast 90 Prozent der untersuchten Wasserproben Pestizidrueckstaende aufweisen und die Landwirte immer noch als Hauptverursacher fuer Nitrateintraege in das Grundwasser ausgemacht wurden, dann kann man nicht laenger von einer 'ordnungsgemaessen Landwirtschaft' sprechen, so wie es offiziell immer heisst", so Uhlenhaut. Der BUND forderte daher die Landesregierung auf, sich staerker als bisher, fuer den oekologischen Landbau einzusetzen.
Der Bericht des NLOE mache darueber hinaus deutlich, dass dringend Massnahmen zur Verminderung von Luftschadstoffen noetig sind, um die Bodenversauerung zu stoppen und damit die Auswaschung gesundheitsschaedlicher Aluminium-Ionen aus dem Boden in das Grundwasser: "Egal ob Grundwasserbelastung, gefaehrlicher Sommersmog oder die Waldschaeden, immer wieder zeigt sich, dass der Strassenverkehr eine wesentliche Ursache dieser Umwelt- und Gesundheitsgefahren ist", sagte der BUND-Sprecher. "Es ist daher voellig unverstaendlich, dass das Land auf Kosten oeffentlicher Verkehrsmittel mehr Geld in den Strassenbau investieren will", so Uhlenhaut. "Auch hier erwarten wir ein Umsteuern der Landesregierung zum Schutz des Wassers, denn Benzin kann man schliesslich nicht trinken."