30. September 1999

Preiskampf auf dem Strommarkt - BUND bietet Orientierung im Tarif-Dschungel

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 30. September 1999 - "Grüner Strom auch für den eigenen Haushalt - dieser Wunsch kann schon in wenigen Wochen in Erfüllung gehen. Und dabei ist Öko-Strom aus Wasser, Wind und Sonne nicht nur umweltschonend, sondern auch am preiswertesten, selbst wenn man es nicht direkt im Portmonee merkt", sagte heute Michael Kralemann, Energieexperte vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. Bei der umweltfreundlichen Energiegewinnung gäbe es keine ökologischen Folgekosten, anders als beim Strom aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken oder gesundheitsgefährdenden Atomkraftwerken. "Wir empfehlen daher Öko-Strom, denn langfristig spart man dabei", so der BUND-Fachmann. Beim jetzigen Kampf auf dem Strommarkt sollten sich die Verbraucher nicht nur am Preis orientieren: "Man darf sich nicht vom grellen gelb und von wohlklingenden Namen der Billiganbieter täuschen lassen. Wichtig ist, genau zu schauen, was man für sein Geld erhält", so der BUND-Sprecher. Damit sich die Verbraucher im Tarif-Dschungel der Stromanbieter besser zurecht finden, gab der Umweltverband einige Tips:

  • Achten Sie darauf, wie sich der Strompreis zusammensetzt! Oft sind die Preise für die Kilowattstunden zwar gering, hohe Grundgebühren treiben aber die Gesamtrechnung dann doch in die Höhe. Außerdem liegen Beispiel-Vergleichsrechnungen häufig hohe Verbrauchszahlen zugrunde. Um festzustellen, wieviel man wirklich mehr ausgeben würde, wenn man beispielsweise den etwas teureren Ökostrom nimmt, sollte man auf die letzte Stromrechnung schauen, dort ist der Verbrauch genau angegeben.
  • Achten Sie auf Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen! In Zeiten dynamischer Märkte sind langfristige (mehrjährige) Bindungen nicht zu empfehlen.
  • Achten Sie darauf, woher ihr Strom geliefert wird! Einige Versorger geben die Herkunft genau an, wie beispielsweise die Stadtwerke Hannover. Dadurch hat man die Chance, Ökostrom von Atomstrom zu unterscheiden. So kann man nicht nur einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten, sondern auch regionale Anbieter unterstützen, die den Strom in brennstoffsparenden Blockheizkraftwerken erzeugen.
  • Achten Sie darauf, was Sie sonst noch für Ihr Geld bekommen! Oft bieten örtlich verwurzelte Unternehmen nicht nur Strom an, sondern auch Verbraucherberatung zur Energieeinsparung. In Hannover geben die Stadtwerke sogar Zuschüsse für besonders sparsame Haushaltsgeräte. Fortschrittliche Energieversorger verstehen sich zunehmend als Dienstleistungsunternehmen und nicht nur als billiger Jakob für Strom.

Nicht nur durch Stromeinsparungen im Haushalt lässt sich die Rechnung weiter reduzieren. Inzwischen gibt es Vereine, in denen sich Privat-Stromkunden zusammenschließen, um dann als Großverbraucher nochmals Preisnachlässe zu bekommen. "Auf diese Weise wird Ökostrom für jeden erschwinglich", sagte der BUND-Sprecher.




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