BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


27. Oktober 1999

Gerichtsentscheid Emssperrwerk - Umweltverbände enttäuscht - "ökologische Folgeschäden werden verharmlost"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover/Bremen, 27. Oktober 1999 - Die niedersächsischen Umweltverbände BUND, NABU und die Umweltstiftung WWF-Deutschland zeigten sich über die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg zum Emssperrwerk äußerst enttäuscht: "Damit wurde eine große Chance für den Schutz der Natur an der Ems vertan. Auch wenn das Gericht Pauschalaussagen der Bezirksregierung weitgehend gefolgt ist, bleibt der Staufall ein tödlicher Störfall für die Ems," erklärte eine Sprecherin der Umweltverbände. Das Gericht bestätige allerdings die Auffassung der Verbände, dass Küstenschutz durch Deicherhöhungen ökologisch und ökonomisch wesentlich günstiger sei. Es widerlege außerdem, dass sich das Sperrwerk allein aus Küstenschutzgründen rechtfertige: 'Diese Gewichtung erscheint fehlerhaft und gekünstelt', heißt es in dem Urteil. Ungeklärt blieb die Frage nach dem Sauerstoffmangel beim Emsaufstau: Dies üsse zu einem späteren Zeitpunkt erörtert werden, so die Richter. "Später ist für die Natur vielleicht zu spät", so die Sprecherin der Verbände.
Das weitere Vorgehen wollen BUND, NABU und WWF erst beschließen, nachdem sie die schriftliche Urteilsbegründung ausgewertet haben: "Wir prüfen, beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eine Zulassung der Beschwerde gegen den heutigen Beschluß zu beantragen", so die Verbändevertreterin. BUND, NABU und WWF würden auch weiterhin alle Möglichkeiten ausschöpfen, um zu verhindern, daß der Emsaufstau in der geplanten Form durchgeführt wird. "Massenfischsterben und eine Verödung der Lebensader des Emslandes darf es nicht geben", erklärten die Umweltverbände.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/77/artikel/gerichtsentscheid-emssperrwerk-umweltverbaende-enttaeuscht-oekologische-folgeschaeden-werden-ve/