9. März 2000
Ems - BUND erstattet Anzeige wegen Auwaldzerstörung an der Ems
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent


Hannover, 09. März 2000 - Der BUND hat jetzt mit Unterstützung des WWF wegen der Zerstörung gesetzlich geschützter Naturlebensräume an der Ems eine Ordnungswidrigkeitsanzeige beim Landkreis Emsland erstattet. Ohne schriftliche Genehmigung seien am Papenburger Hafen geschützte Auwaldflächen und Weidengebüsche vernichtet worden. "Was die Stadtverwaltung als forstliche Unterhaltungsmassnahmen bezeichnet, ist in Wirklichkeit Vandalismus in einem seltenen Naturgebiet und ein gravierender Verstoss gegen geltendes Umwelt- und Naturschutzrecht", sagte Vera Konermann, Naturschutzexpertin beim BUND.
Die Stadt habe zwar die Aufhebung des gesetzlichen Schutzes für die beiden betroffenen Biotope beantragt, aber mit Axt und Säge seien bereits unwiderrufliche Tatsachen geschaffen worden, obwohl die vorgeschriebene zweimonatige Frist für eine Stellungnahme der Umweltverbände noch lief. Die Zerstörung der Biotope stehe im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Papenburger Hafens: Der Auwald sei der Verlagerung der Dockschleuse im Weg, mit der die Manövriermöglichkeiten für die immer grösser werdenden Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft verbessert werden sollen.
BUND und WWF fordern für den Hafenausbau ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). "Nach EU-Recht und Niedersächsischem Wassergesetz ist für Vorhaben mit diesem Umfang ein solches Verfahren zwingend vorgeschrieben", erklärte Beatrice Claus vom WWF. Im einfachen Plangenehmigungsverfahren, wie es die Stadt durchführen möchte, würden Umweltbelange nach Auffassung von BUND und WWF nicht ausreichend berücksichtigt.