BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


8. Mai 2000

Ausgleichsmaßnahmen für Emssperrwerk völlig ungeeignet - Umweltverbände reichen neuen Eilantrag bei Gericht ein

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover/Bremen, 08. Mai 2000 - Die Ausgleichsmaßnahmen für den Vogelschutz, die von der Bezirksregierung Weser-Ems für die vom Emssperrwerk geschädigten Flächen vorgesehen sind, sind völlig ungeeignet und unzureichend. Deshalb haben die Umweltverbände BUND und NABU mit Unterstützung des WWF einen Eilantrag an das Verwaltungsgericht Oldenburg gestellt. Die Umweltverbände wollen mit diesem Eilantrag einen Baustopp im EU-Vogelschutzgebiet Nendorper Deichvorland erwirken, damit die Bezirksregierung geeignete Flächen für die betroffenen Vögel bereitstellt.Im März war mit den Bauarbeiten für das Emssperrwerk im ökologisch wertvollen Nendorper Vorland begonnen worden, nachdem zehn Hektar Flächen für den Vogelschutz aufgekauft worden waren. Nach Auffassung der Verbände entsprechen diese Flächen weder hinsichtlich der räumlichen Nähe, noch nach Lage und Qualität den geforderten Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses: "Der Vorhabenträger hat Flächen fernab des Emssperrwerkes im Süßwasserbereich der Ems aufgekauft, die für die vom Sperrwerk betroffenen Vögel im Brackwasserbereich nicht geeignet sind. Die bereitgestellten Flächen sind für die Vögel des Nendorper Vorlandes wie Nonnengänse und Säbelschnäbler genauso hilfreich wie die Wüste für einen Eisbären", kritisierte eine Sprecherin der Verbände. Die Flächen entsprechen auch nicht den Naturschutzauflagen, die auf Anregung der EU-Kommission dem Planfeststellungsbeschluss vom Juli 1999 hinzugefügt wurden. Das Emssperrwerk zerschneidet ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Deshalb fordern die Umweltverbände die Bereitstellung von geeigneten Flächen, die von den betroffenen Vögeln als Rast- und Brutgebiet genutzt werden können. Dies könnte z.B. durch die Ausdeichung von Flächen in Eingriffsnähe erreicht werden. Bisher hat die Bezirksregierung so eine Maßnahme nicht erwogen.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/75/artikel/ausgleichsmassnahmen-fuer-emssperrwerk-voellig-ungeeignet-umweltverbaende-reichen-neuen-eilantrag/