BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


28. Februar 2000

AKW-Unterweser - "Jüttner wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet"

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 28. Februar 2000 - "Die Rolle des niedersächsischen Umweltministeriums im Brennelemente-Skandal im Atomkraftwerk Unterweser ist unklarer als vorher", zu dieser Einschätzung kommt Robert Exner, Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), nach der heutigen Stellungnahme des niedersächsischen Umweltministers Wolfgang Jüttner. Laut Jüttner wurde seit September in der Fachöffentlichkeit über die Unregelmäßigkeiten bei der Brennelemente-Herstellung in Sellafield diskutiert. Ebenfalls im September hätte das niedersächsische Umweltministerium einen telefonischen Hinweis bekommen und Mitte Januar sei ein konkreter Hinweis, diesmal per Fax, eingegangen. "Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, dass das Umweltministerium als Atomaufsichtsbehörde solchen Hinweisen sofort nachgeht", erklärte der BUND-Sprecher. "Immerhin hat es nach dem konkreten Verdacht noch über einen Monat gedauert, bis es eine öffentliche Reaktion gegeben hat. Erst nachdem Umweltschützer den Skandal aufgedeckt haben, war anscheinend genügend Aufklärungsbereitschaft vorhanden", so Exner weiter. Jüttners Entschuldigung, es gäbe täglich solche oder ähnliche Anrufe im Ministerium, lässt der Umweltverband nicht gelten: "Das heißt entweder, die Zustände in den Atomkraftwerken sind insgesamt katastrophal oder aber es mangelt dem Ministerium an der nötigen Sensibilität, auf solche Hinweise zu reagieren", so Exner.


Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/75/artikel/akw-unterweser-juettner-wirft-mehr-fragen-auf-als-er-beantwortet/