30. Juni 2000
Y-Trasse: Schnellbahn Hannover - Hamburg / Bremen - BUND und NABU: "Bedarfs-Fakten sind Faxen!"
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 30. Juni 2000 - Die niedersächsischen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und Naturschutzbund NABU fordern die Niedersächsische Landesregierung und die Bezirksregierung Lüneburg auf, das Raumordnungsverfahren für die geplante Schnellbahn von Hannover nach Hamburg mit Abzweig nach Bremen, die so genannte Y-Trasse, einzustellen."Die wiederholt ins Feld geführten Fakten nach einem im Bundesverkehrswegeplan von 1992 belegten Bedarf lassen sich nur als Faxen bezeichnen. Weder Privatpersonen noch Unternehmen würden mit derartig veralteten 'Bedarfsargumenten' heute oder womöglich im Jahr 2010 ein Bauvorhaben planen", erklärte eine Sprecherin der Verbände.
Die seit Jahren stagnierenden Zahlen im Personennahverkehr und der rückläufige Güterverkehr rechfertigen die geplante Schnellbahntrasse keineswegs und zudem müssen die berechneten Reisezeitverkürzungen zwischen Hannover und Hamburg bzw. Bremen angezweifelt werden. Es ist außerdem völlig unklar, wie die prognostizierten zusätzlichen 214 Züge für die Y-Trasse die bereits jetzt vorhandenen Engpässe vor den Bahnhöfen Hamburg und Hannover durchfahren sollen.
Die geplante Schnellbahnverbindung ist nämlich weder im Investitionsprogramm 1999 bis 2002 des Bundesverkehrsministeriums noch im so genannten Engpassbeseitigungsprogramm, das ab dem Jahr 2003 gültig sein wird, aufgeführt. Die Koalitionsvereinbarungen der Berliner Regierung sehen zudem eine Überprüfung des alten Bundesverkehrswegeplans in Bezug auf die ökonomischen und eben auch ökologischen Auswirkungen vor.
Dann sei aber die finanzielle Hürde noch längst nicht genommen, da die Rahmenbedingungen eng gefasst seien. Die Überprüfung laufe derzeit an, so dass mit der Durchführung dieses Raumordnungsverfahrens 'Y-Trasse' einem Ergebnis nicht schon vorgegriffen werden sollte, betonen BUND und NABU.
"Die Aussage in den Koalitionsvereinbarungen, wonach die besonderen Anforderungen an die Mobilität im ländlichen Raum berücksichtigt werden sollen, ist eine klare Absage eine milliardenschwere Schnellbahn-Trasse. Vielmehr ist dem Ausbau und damit der Verbesserung des vorhandenen Schienennetzes in der Fläche der Vorrang einzuräumen, um damit eine klare Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu bieten", so eine Verbändesprecherin weiter. Die Orientierung 'Ausbau statt Neubau' ist bereits im Zukunftskonzept der Bahn AG ?Strategie Netz 21' dargelegt.
