31. März 2001

Alte Burg mit neuem Innenleben - Studentinnen präsentieren Innenraumkonzept für Burg Lenzen

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Lenzen, 31. März 2001 - Ein Innenraumkonzept für Burg Lenzen an der Elbe präsentierten heute Studentinnen der Innenarchitektur und Medialen Raumgestaltung der Fachhochschule Hannover. In dem Semesterprojekt unter Leitung von Prof. Astrid Kircher entwickelten die Studentinnen für den Eigentümer der Burg, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), verschiedene Gestaltungskonzepte für das Heimatmuseum und das Gästehaus. "Heimatmuseum ist nach unserer Interpretation ein spannendes Raumkonzept mit Geschichten über die Menschen in Lenzen. In dem neuen Gästehaus wollen wir eine lebendige Atmosphäre zum Wohlfühlen schaffen", erklärte Ilke Schulz, eine der beteiligten Studentinnen.Bei ihrem ersten Besuch erlebten Prof. Astrid Kircher und fünf Studentinnen aus dem 7. Semester der Innenarchitektur "die besondere Atmosphäre der Burg und eine faszinierende Ausstrahlung, die sich uns selbst in der Restaurierungsphase eröffnete." Vorgestellt wurden zwei Museumskonzepte, bei denen inhaltlich der Mensch und seine Heimat im Vordergrund stehen und nicht die chronologische Auflistung historischer Daten. Die Geschichte und Geschichten ihrer Vorfahren sollen die Lenzener und alle Gäste und Besucher in Ausstellungsstücken, Bildern und Worten sehen, hören und erleben können. Eine Ausstellung, die interessant für Erwachsene und Kinder zugleich sein soll: "Unsere Museumsarchitektur verbindet klassische Ausstellungselemente und neue Medien. Gleichzeitig ist sie inhaltlich und räumlich wandelbar für zukünftige Erfordernisse", so Gabriela Gebken und Ilke Schulz. Im Entwurf von Gabriela Gebken bestimmen organische Lehmstrukturen den Raum, der viele Überraschungen im Detail bietet. Spielerisch für groß und klein ist der Gang durch die Museumswelt von Ilke Schulz. Einblicke, Durchbrüche und atmosphärisch unterschiedliche Räume wecken bei den Besuchern die Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen.Simone Simchen, Robina Göhrndt und Bianca Loh entwickelten ein gemeinsames Grundkonzept für die Gestaltung der Räumlichkeiten im Gästehausbereich. "Es war uns besonders wichtig, eine neue Verbindung zu schaffen, die sich wie ein roter Faden durch die Gebäude zieht, weil Haupthaus, Seitengebäude und Neubau in unterschiedlichen Zeitepochen entstanden sind", so Robina Göhrndt. Dieses Konzept basiert auf der Übertragung von Himmelsrichtungen und Jahreszeiten auf die gesamten Räumlichkeiten. Diese Gestaltungsidee ist in Farben und Materialien in den Räumen erlebbar.Das Erdgeschoss des Haupthauses wurde von Simone Simchen gestaltet. Es enthält Empfang, Bibliothek, Kaminzimmer, Restaurant und Bar. Die Gästezimmer im Bereich des Seitengebäudes wurden von Robina Göhrndt entworfen, die Gästezimmer im Neubau von Bianca Loh. "Wir stellten uns der Herausforderung, alte vorhandene Raumgegebenheiten und ökologische Ansprüche harmonisch zu verbinden, zum Beispiel im Entwurf von schlichten Formen aus hochwertigen Naturmaterialien", erläuterte Simone Simchen.Als Mitglied im Trägerverbund Burg Lenzen e. V. baut der BUND die Burg an der niedersächsischen Landesgrenze seit zwei Jahren mit großer Unterstützung durch das Land Brandenburg und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zum "Europäischen Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation" in der Elbtalaue aus. Die mittelalterliche Burg mit ihrem um etwa 1200 errichteten Burgturm liegt mitten in einem ca. 20 Morgen großen Schlosspark im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Das an den Burgturm grenzende Fachwerkgebäude stammt aus dem Jahr 1680 und beherbergte seit 1955 das Lenzener Heimatmuseum. Die Steine der ehemaligen Burgmauer, die nach einem Stadtbrand abgerissen wurde, fanden im 1725-1727 errichteten Hauptgebäude wieder Verwendung, der Seitenflügel stammt von 1792. Im Rahmen der Restaurierung zum Umweltbildungszentrum wird das gesamte Ensemble durch ein neues, der bestehenden Architektur angepasstes Gästehaus ergänzt. In 2002 wird die Ökoburg Lenzen dann für alle Gäste ihre Tore öffnen.




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