BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


19. Mai 2001

Mobilfunk - Gesundheitsvorsorge stärker berücksichtigen

Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent

Hannover, 19. Mai 2001 - Eine stärkere Berücksichtigung von Gesundheits- und Umweltvorsorge beim Mobilfunk forderte heute der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Niedersachsen. ?Es reicht nicht aus, die Strahlenbelastung der Handys zu nennen. Auch bei den Mobilfunk-Sendeanlagen muss Vorsorge betrieben und die Strahlungsgrenzwerte stark herabgesetzt werden", verlangte die BUND-Landesvorsitzende Renate Backhaus auf einer gemeinsamen Mobilfunktagung vom BUND, der Verbraucherzentrale Niedersachsen (VZN) und dem Bildungswerk der DAG. Derzeit würden bundesweit über 50.000 neue Sendeanlagen geplant. Obwohl es sehr ernst zu nehmende Gefahrenhinweise über die gesundheitlichen Auswirkungen gäbe, sei in Deutschland für solche Anlagen ein zehn bis hundertmal höherer Grenzwert erlaubt als in Italien oder der Schweiz. "Für einen besseren Schutz der Menschen müssen die gesetzlichen Regelungen auf Bundes- und auf Landesebene geändert und verschärft werden?, forderte die BUND-Vorsitzende.
Deshalb schlägt der Umweltverband eine Änderung der niedersächsischen Bauordnung vor mit Genehmigungspflicht für alle Sendeanlagen. Bisher reicht für Antennenmasten unter zehn Meter Höhe ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Hauseigentümern und Anlagenbetreibern: "Dadurch haben Mieter oder Anwohner keine Möglichkeit, sich zu wehren, dass man ihnen so einen Sender aufs Dach setzt", bemängelte Backhaus. Auch die Städte und Gemeinden müssten mehr Einfluss bei der Standortentscheidung bekommen, um dann den Bau von Mobilfunksendern in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen und anderen öffentlichen Gebäuden verhindern zu können.
Um die freie Landschaft besser zu schützen, müssten solche Anlagen an wenigen Antennenstandorten gebündelt werden. ?Damit ließen sich unzählige diffuse Strahlungsquellen vermeiden. Natur und Landschaft blieb zudem ein Antennenwald erspart?, sagte die BUND-Sprecherin. Außerdem sei zu prüfen, ob Sendeanlagen künftig vermehrt an Autobahnen gebaut werden könnten. Denkbar sei auch, die Sender auf Windkraftanlagen zu montieren. Hier sei bereits ein Eingriff in die Landschaft erfolgt und ein solche Vorgehensweise entspräche dem Minimierungsgebot des Bundesnaturschutzgesetzes. ?Aus dem gleichen Grunde sollten Sendeanlagen auch in vorhandenen Gewerbegebieten aufgestellt werden, sofern ein ausreichender Schutzabstand zur umliegenden Wohnbebauung eingehalten werden kann?, verlangte die BUND-Vorsitzende auf der Tagung von BUND, VZN und DAG.

Hinweis:

Das Papier "Sendeanlagen für Mobilfunk - Forderungen (des BUND Niedersachsen) an die Politik" im PDF-Format (ca. 55 KB) können Sie sich hier herunterladen.
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Quelle: http://archiv.bund-niedersachsen.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/browse/70/artikel/mobilfunk-gesundheitsvorsorge-staerker-beruecksichtigen/