18. Juni 2002
Mehr Sicherheit im Seeverkehr auf der Nordsee - BUND legt Hintergrundpapier vor
Von: Robert Exner, BUND-Pressereferent
Hannover, 18. Juni 2002 - "Die deutsche Bucht ist eines der meistbefahrenen Seegebiete der Welt, deshalb sind erhöhte Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, um die Küste und den Nationalpark Wattenmeer besser vor Umweltkatastrophen zu schützen", forderte Marita Wudtke, die umweltschutzpolitische Sprecherin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu Beginn der Sommerferien in Niedersachsen. Über 60.000 Schiffsbewegungen jährlich verzeichne das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in dem Seegebiet. Bei einem Unglück sei nicht nur der empfindliche Naturraum, sondern auch das beliebte Urlaubsgebiet an der Nordsee gefährdet. "Die brennende Pallas vor Amrum, war ein deutliches Signal, wie schnell ein Schiffsunglück verheerende Auswirkungen auf die Umwelt haben kann", so die BUND-Sprecherin.Die wichtigsten Anforderungen an eine moderne Schiffslenkung aus Sicht des Umweltschutzes hat der BUND jetzt in einem Hintergrundpapier aufgelistet: Demnach steht eine lückenlose Verkehrsüberwachung rund um die Uhr mit Weitbereichsradar an erster Stelle. Um ein vollständiges Lagebild auf See zu bekommen, ist als Ergänzung ein sogenanntes "Automatic Identification System" (AIS) der Schiffe notwendig. Für alle Gefahrgutschiffe soll die Verkehrsberatung durch eine Lotsenannahmepflicht und Radarberatung auch in der Außenwirtschaftszone ausgeweitet werden.Im Falle eines Unglücks ist eine stärkere Eingreifkapazität und sind kürzere Eingreifzeiten mit Notschleppern, Feuerlöschern und Leichtern notwendig. Außerdem regt der BUND an, ein Netzwerk von "Zufluchtplätzen", also Häfen oder geschützte Ankerplätze aufzubauen, um havarierte Schiffe und deren Besatzung aufnehmen zu können. "Diese Maßnahmen wird es nicht zum Nulltarif geben. Wenn es aber erst einmal zum Unglück gekommen ist und Umweltschäden kostspielig beseitigt werden müssen, hat man einen doppelten Schaden", so die BUND-Sprecherin. Eine Verbesserung der Schiffssicherheit spiele auch bei der Planung von Offshore-Windparks eine Rolle, denn damit entstehe ein neues Gefahrenpotential für die Schifffahrt auf See.

Hintergrundpapier erhältlich
Eine Download-Möglichkeit für das 4seitige Hintergrundpapier gibt es im Internet unter www.bund-sh.de -> downloads. Es kann auch beim BUND-Niedersachsen, Postfach 1106, 30011 Hannover, Tel. 0511/96569-0 bestellt werden.